ZypernEs waren Menschen, die rechtzeitig vor den Nazis fliehen konnten – insbesondere aber waren es Überlebende des Holocaust, die zwischen 1945 und 1948 versuchten, Palästina zu erreichen. Die britische Mandatsverwaltung jedoch verwehrte den Juden die Landung, wie etwa geschehen bei der „Exodus“. 130.000 Überlebende wurden in Palästina und Zypern in britischen Lagern interniert: im Verständnis der Mandatsmacht illegale Einwanderer.

Auf den Spuren dieser Menschen, die mit der Staatsgründung Israel 1948 Zypern verlassen konnten, befasste sich die Reise der Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Frankfurt. Die Spuren dieser Jahre sind spärlich: In Zypern besuchte die Gruppe Xylotiymbou, ein Dorf südlich von Larnaca, das einst in der Nachbarschaft eines der Internierungslager lag. Den Bewohnern, die den Juden halfen zu fliehen, ist ein Gedenkort gewidmet, der in Zusammenarbeit mit der israelischen Botschaft entsteht.

In Israel ist das Museum Atlit südlich von Haifa der bedrückendste Gedenkort: nachgebaute Baracken, Desinfektionsstationen, ein Schiff, wie jene, in denen die Menschen zusammengepfercht das Ufer erreichten – wenn sie es erreichten. In Tel Aviv schließlich zeugt das eindrucksvolle Denkmal der illegalen Alyia unmittelbar am Strand vom leidvollen Schicksal der Überlebenden.

Für die Gruppe der DIG war diese Themenreise eine spannende Erfahrung,  die mit dem Fazit endete, dass die Geschicke  der 130.000 Menschen, der 2.300 jüdischer Kinder, die in Zypern geboren wurden und die beispielhafte Haltung der Zyprer noch nicht ausreichend aufgearbeitet ist. Bei der DIG Frankfurt hat man  nun begonnen, Gedenkorte, Archive, Forschung und Zeitzeugen zu vernetzen.