24. Mai 2019 (19. Iyar 5779)

 Shalom!

Willkommen auf der Homepage der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Frankfurt am Main!

Wir sind eine von etwa fünfzig örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Die DIG ist die bundesweit mitgliederstärkste binationale Organisation. Über 5.000 Mitglieder arbeiten in der DIG zusammen, um ihrer Solidarität mit dem Staat Israel und seinen Menschen Ausdruck zu verleihen.

Die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft hat derzeit etwa 300 Mitglieder. Wir wollen durch unsere Arbeit, insbesondere durch unsere Veranstaltungen Land und Leute einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Insbesondere engagieren wir uns im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt am Main und Tel Aviv.

Unsere nächsten Veranstaltungen

 

Wir, die Delegierten der Hauptversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die in Frankfurt am Main zusammen gekommen sind, stehen an der Seite unserer französischen Nachbarn und der Bürger von Paris, die innerhalb weniger Monate zum zweiten Mal unmenschlichem Terror ausgesetzt sind. Alle Mitglieder der Deutsch-Israelischen Gesellschaft trauern um die Toten von Paris, Opfer ebenso sinn-wie gnadenlosen Terrors durch den sogenannten „Islamischen Staat".

Aber: Wir wissen, dass Terror niemals obsiegen wird.

Und wir wissen - gerade wir, die wir uns für einen Frieden im Nahen Osten einsetzen - um unsere besondere Verpflichtung, alles zu tun, damit dieses Ziel erreicht wird.

Wir geben unserer tiefen Besorgnis über den wachsenden Antisemitismus und die zunehmende Israelfeindlichkeit in Deutschland und in Europa Ausdruck. Die Deutsch-Israelischen Gesellschaft fordert

  • eine Intensivierung gesamteuropäischer Maßnahmen zur Bekämpfung radikalislamistischen Terrors
  • eine Umkehr der europäischen Politik in Bezug auf Israel, der einzigen Demokratie im Nahen Osten
    Die soeben von der EU veröffentlichte Richtlinie zur Kennzeichnungspflicht von Waren aus den Gebieten jenseits der Grenzen von 1967 dient vorgeblich dem Verbraucherschutz, ist faktisch jedoch Folge der internationalen antiisraelischen „BDS"-Kampagne, („Boycott, Divestment and Sanctions)" mit der Israel boykottiert werden soll. Diese Kampagne und die konditionslose Anerkennung Palästinas durch mehrere europäischen Staaten haben zu dieser Richtlinie geführt, die weder einer Zwei-Staaten-Lösung noch den Palästinensern dienlich ist. Sollten, aufgrund der neuen Kennzeichnungspflicht von Produkten aus dem Westjordanland, aus Ostjerusalem und den Golanhöhen israelische Firmen ins Kerngebiet abwandern, verlieren 30.000 Palästinenser ihren Arbeitsplatz. Zudem ist die Kennzeichnungspflicht ein weiterer Ausdruck der Ungleichbehandlung Israels – oder gibt es eine Kennzeichnungspflicht etwa für Produkte aus Nordzypern oder der Krim? Die DIG fordert eine Rücknahme der Kennzeichnungsverordnung der EU.
  • Insbesondere fordert die DIG die Bundesregierung dazu auf, darauf hinzuwirken, dass Projekte oder NGOs, die israelischen Produkte, Dienstleistungen oder den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch boykottieren, keine öffentlichen Fördermittel mehr erhalten.
  • eine Loyalitätserklärung aller politischen Kreise in unserem Land gegenüber den jüdischen Gemeinden in Deutschland
    Es ist unsere historische Verantwortung und gegenwärtige Pflicht, alles zu tun, damit die 120.000 jüdischen Bürger in Deutschland unser Land als ihre Heimat im besten Sinne erleben: ein Land, das Religionsfreiheit als ein Grundrecht betrachtet und Antisemitismus kriminalisiert und bekämpft. Die wachsemde Verunsicherung innerhalb der jüdischen Gemeinden basiert derzeit auf zwei nur scheinbar gegensätzlichen Faktoren: durch die Flüchtlinge entsteht hierzulande eine größere Präsenz von arabischem Islam – während gleichzeitig durch rechtsextreme Einstellung der Gesellschaft fremdenfeindliche, Minderheiten ausgrenzende und zunehmend radikalere Formationen entstehen. Wir als DIG verlangen von allen Menschen, die in unserem Land leben oder hier Schutz suchen, dass sie unsere Grundwerte akzeptieren – und dies beinhaltet insbesondere auch religiöse Toleranz. Seite 2 von 2  Die DIG fordert gesamtgesellschaftliche Anstrengungen zum Schutz der jüdischen Gemeinden in Deutschland.
  • eine konsequente Kriminalisierung antisemitischen Gedankengutes und antisemitischer Aktionen in Deutschland
    Die wachsende Anzahl antisemitischer Vorgänge in Deutschland ist unerträglich. So darf beispielsweise die Vielzahl antisemitischer Provokationen, Pöbeleien und Schmiereren, bewusst inszeniert an einem Gedenktag wie dem 9. November, nicht hingenommen werden – wir bestehen auf null Toleranz gegenüber antisemitischen Ausfällen. Die DIG fordert eine konsequente und kompromisslose Anwendung aller Gesetze gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus.
  • eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber extremistischen Schulterschlüssen
    Verstärkt beobachten wir in den letzten Monaten Bestrebungen rechtsextremer Kräfte – etwa von Mitgliedern und Sympathisanten der Pegida oder ähnliche Formationen zum vermeintlichen Schulterschluss mit Israelis, Israelfreunden oder Repräsentanten jüdischer Gemeinden – nicht nur in Deutschland. Dieser Schulterschluss wird angestrebt mit dem Ziel einer gemeinsamen „Front" gegen Muslime in Deutschland. Die DIG warnt vor solchen Allianzen und steht für eine Verständigung zwischen allen Menschen, auch in Deutschland. Die DIG fordert alle demokratischen Kräfte unserer Gesellschaft auf, sich aktiv von diesen Gruppierungen abzugrenzen. Wir erwarten von den Vertretern der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland eine klare Distanzierung von Antisemitismus und Israelhass.

Frankfurt am Main,
15. November 2015