DIG Arbeitsgemeinschaft Frankfurt
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Sonntag, 5. Februar 2012 (12. Shevat 5772)
Dr. Uriya Shavit spricht bei Veranstaltung der DIG Frankfurt

Am 14.06.2007 hielt Dr. Uriya Shavit auf Einladung der DIG Arbeitsgemeinschaft Frankfurt einen Vortrag zu dem Thema "Iran, Hamas und Hisbollah - Ist Israel in Gefahr?"

Dr. Shavit, der zurzeit als Lehrbeauftragter an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität tätig ist, beantwortete diese Frage mit einem klaren "Ja". Denn Israel sieht sich existenziellen Bedrohungen von verschiedenen Seiten ausgesetzt.

Dr. Shavit beklagte, dass in der arabischen Welt das Existenzrecht Israels nach wie vor nicht anerkannt ist. So wies er auf eine Besorgnis erregende Umfrage hin,  derzufolge 76 % aller Palästinenser den Staat Israel ablehnten. Dies führt ihn zu der Schlussfolgerung, dass die Palästinenser an einer Aussöhnung, an einem Frieden mit Israel nicht interessiert sind. Deshalb hätte der Rückzug Israels aus dem Süden Libanons und dem Gaza-Streifen nicht zu der erhofften Beruhigung geführt. Nach dem Rückzug aus dem Südlibanon habe die Hisbollah von dort aus vermehrt Raketenangriffe auf den Norden Israels ausgeführt, was letztlich zu dem für Israel wenig erfolgreichen Zweiten Libanonkrieg geführt habe. Auch von Gaza aus werden immer wieder Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Dr. Shavit hob hervor, dass es im Gegensatz dazu im nach wie vor von Israel besetzten Westjordanland relativ ruhig ist. Sein Fazit: Die Palästinenser sind nicht an einer friedlichen Koexistenz mit Israel interessiert. Dr. Shavit meint, dass ein Anerkenntnis des Staates Israel durch die Palästinenser eine unverzichtbare Vorbedingung für Verhandlungen mit den Palästinensern sein sollte.

Dr. Shavit hob auch hervor, dass die letzten Kriege für Israel ungünstig verlaufen sind. Konnte Israel den Unabhängigkeitskrieg und den Sechtagekrieg durch seine technologische Überlegenheit gewinnen, sei der Gegner seitdem mehr und mehr zu Guerilla-Taktiken und Terrorangriffen übergangenen, denen die israelische Armee wenig entgegenzusetzen habe. So sei es dazu gekommen, dass Israel insbewondere den Zweiten Libanonkrieg im Jahr 2006 zwar nicht verloren, aber eben auch nicht gewonnen habe. Dies hätte der Gegner als Erfolg verbuchen können. Auch wenn Israel nicht vernichtet werden kann, so sei es dem gegner doch gelungen, im land Angst und Schrecken und ein Gefühl der Verwundbarkeit zu verbreiten.

Zum Abschluss seines Vortrags ging Dr. Shavit noch auf die atomare Bedrohung aus dem Iran ein. Seiner Meinung nach kann niemand wissen, wann der Iran über die Atombombe verfügen wird - nicht einmal die israelischen Geheimdienste. Sicher sei nur, dass dies eines Tages der Fall sein würde. Dr. Shavit hat keinen Zweifel daran, dass dies eine existenzielle Bedrohung für Israel wäre. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass der iranische Präsident mehrfach in der Öffentlichkeit geäußert habe, er wolle Israel von der Landkarte verschwinden lassen. Dr. Shavit warnte davor, dies als Worte eines Verrückten abzutun, denn die Geschichte lehre, dass Diktatoren, auch wenn die Weltöffentlichkeit sie für verrückt hält, zu allem entschlossen sein können. In der Vergangenheit habe es schlimme Folgen gehabt, wenn Diktatoren nicht ernstgenommen worden seien. Er fordert daher von der internbationalen Gemeinschaft ein entschlossenes Auftreten, um dem Iran zu verdeutlichen, dass sein Vorgehen nicht geduldet wird. Insbesondere könne Deutschland aufgrund seiner besonderen Bindung zu Teheran hier eine wichtige Rolle spielen.

 
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