|
Nathan Wolloch - First Deputy Mayor seiner Stadt - hatte es sich nicht nehmen lassen, zur Eröffnung der Foto-Ausstellung "Szenen aus Tel Aviv-Yafo" (18.6. bis 6.7. in der Paulskirche) in die Partnerstadt Frankfurt zu kommen. Als er bei der Vernissage mit Ansprachen von Stadtrat Franz Zimmermann, Joel Lion, 1. Sekretär und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit an der israelischen Botschaft in Berlin und der Vorsitzenden der Frankfurter DIG-Arbeitsgemeinschaft Claudia Korenke das Wort ergriff, erzählte er, wie wohl er sich hier unter Freunden fühle und wie sehr er sich aber auch über Besuche in seiner Stadt freuen würde! Zu der stimmungsvollen Veranstaltung mit etwa 150 geladenen Gästen trugen vor allem auch die israelischen Lieder des Jugendchors Eschersheim unter seinem Leiter Hans-Dieter Kreis bei.
Die Ausstellung mit 30 Bildern von Zvicka Zelikovitch, der in Tel Aviv lebt und arbeitet, wurde mit Unterstützung der israelischen Botschaft von der Stadt Frankfurt und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gemeinsam organisiert. Die künstlerischen Fotografien städtischer Architektur und Ansichten werben mit Farbe, Licht und Räumlichkeit für Tel Aviv und erfreuten zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland; nicht zuletzt so manche Israelis, die bei ihrem Frankfurt-Besuch an historischer Stätte mit vertrauten Bildern aus der Heimat überrascht wurden. Bestimmt hat die Ausstellung dazu beigetragen, dass sich so mancher mit Reiseplänen im Kopf und einschlägigem Info-Material in der Tasche auf den Heimweg gemacht hat.
Das wiederum hört bestimmt der Bürgermeister gern, steckt doch der Tourismus nach Israel jetzt schon das dritte Jahr in einer tiefen Krise. Schon am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung hatten sich auf Initiative der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und ihres langjährigen Vorstandsmitglieds Egon Lorenz, dem früherem Leiter des Frankfurter Jugendamtes, so genannte Multiplikatoren mit besonderem Interesse am Jugendaustausch getroffen. Also Mitarbeiter des Jugendamtes und der Abt. Städtepartnerschaften der Stadt, Lehrer, Leiter von Jugendhäusern, Chorleiter und Vertreter anderer Einrichtungen für Jugendliche; auch Zeitungsleute waren gekommen.
Im Mittelpunkt standen aber die beiden Gäste aus Tel Aviv, Bürgermeister Wolloch, der sich schon seit vielen Jahren engagiert für den Jugendaustausch einsetzt, und Dorit Harel, die erst seit einiger Zeit im Tel Aviver Rathaus für den Austausch von Gruppen zuständig ist und mit dieser Aufgabe betraut, zum ersten Mal nach Deutschland kam und gleich viele neue Kontakte anknüpfen konnte. Gastgeber des Abends war das Monikahaus, das vom Sozialdienst katholischer Frauen geführt wird. Bereits mehrfach waren Jugendliche, die in dem Heim betreut werden, zu Gast in ähnlichen Einrichtungen in Tel Aviv und junge Israelis zu Besuch im Monikahaus.
Die meisten der Anwesenden hatten schon Erfahrungen mit Gruppenreisen und Austausch - und alle würden lieber heute als morgen wieder mit Jugendlichen nach Israel reisen, wenn die Sicherheitslage das erlaubte. Dafür hatten auch die beiden Gäste aus Israel Verständnis, die sich aber darüber freuen konnten, dass das Interesse am Austausch und an freundschaftlichen, intensiven Beziehungen mit Israel unverändert groß ist.
Das bewies zum Schluss auch eine spontane Umfrage, die hoffen lässt, dass sich noch in diesem Jahr eine Gruppe von Multiplikatoren auf die Reise nach Tel Aviv macht, um selbst an Ort und Stelle Austauschprogramme zu beraten.
|