| "Ein Zeichen der Ermutigung" - Lahnstein über die Wahl von Mahmoud Abbas zum Palästinenserpräsidente |
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Am 08.01.2005 wählte das palästinensische Volk mit unerwartet großer Mehrheit Mahmud Abbas zum Präsidenten. Als Nachfolger von Yassir Arafat tritt Abbas ein schweres Erbe an. Dennoch sieht Prof. Manfred Lahnstein in der folgenden Pressemitteilung im Wahlsieg Abbas' ein "Zeichen der Ermutigung". Die Palästinenser haben gewählt. Diese Wahl ist ein Zeichen der Ermutigung für uns, denen an einer friedlichen Zukunft in der Region gelegen ist. Diese Wahl ist nach Aussagen aller Beobachter weitgehend störungsfrei und nach allen Spielregeln der Demokratie verlaufen. Dies und die hohe Wahlbeteiligung, insbesondere auch unter den Frauen, sind Anlass zu Freude und Anerkennung. Die große Mehrheit der Palästinenser hat den Boykottaufrufen radikaler Organisationen wie der Hamas widerstanden. Auf Mahmoud Abbas und seinen wichtigsten Gegenkandidaten, der ebenfalls zu den gemäßigten Kräften gehört, ist die übergroße Mehrheit der Stimmen entfallen. Das zeigt: Die Palästinenser wollen in geordneten, demokratischen und rechtsstaatlichen Verhältnissen leben. Dies ist für mich das wichtigste Ergebnis des Wahltages. Es besteht die reale Chance, dass die Rattenfänger ausgedient haben könnten. Dies sollten auch all diejenigen bei uns zur Kenntnis nehmen, die ihnen bis in die jüngste Vergangenheit hinein auf den propagandistischen Leim gegangen sind. Jetzt wird sich der neue Präsident daran machen müssen, in den palästinensischen Autonomiegebieten die politischen, wirtschaftlichen Strukturen aufzubauen, ohne die eine gedeihliche Zukunft für seine Landsleute nicht möglich erscheint. Dazu gehört in allererster Linie ein Ende des gegen Israel gerichteten Terrors. Das Interesse Israels, aber auch der zivilisierten Völkergemeinschaft ist es, ihm dabei zu helfen. Das tun wir, indem wir die Latte der Hoffnungen und Erwartungen nicht zu hoch legen. Und wir tun es, indem wir den Palästinensern zusätzliche Perspektiven für ihre staatliche, ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung anbieten. Besserwisserei und Maximalforderungen helfen nicht weiter. Konkrete Hilfe und viel Geduld tun es. |
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