| "Ursache und Wirkung nicht verwechseln |
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Im Nahen Osten droht eine Eskalation, wie es sie seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben hat. Israel sieht sich an zwei Fronten bedroht. Aus dem Gaza-Streifen greifen palästinensische Terroristen das südliche israelische Kernland an, und den Norden Israels bedroht die Hizbollah aus dem südlichen Libanon, deren Raketen heute erstmalig bis Haifa vorgedrungen sind. Prof. Manfred Lahnstein erinnert daran, dass nicht von Israel eine Provokation ausgeht, sondern dass Israel ein Recht zur Selbstverteidigung gegen Angriffe von außen zusteht. Auch heute wird das Fernsehen uns wieder Bilder von Panzern, Artillerie und Trümmern zeigen. Auch morgen wird in den Medien wieder der irreführende Eindruck erweckt werden, als handele es sich hier um eine israelische Invasion im Gazastreifen und im Südlibanon. Die eigentlichen Ursachen werden dann höchstens in Nebensätzen erwähnt, und Bilder hierüber gibt es sowieso keine. Wir müssen gegen diese Sichtweise angehen. Wir müssen deutlich an die Fakten erinnern, damit sie hinter der Suggestion nicht verschwinden. Fakt ist: Israel hat den Südlibanon vor mehr als sechs Jahren verlassen. Trotzdem werden von dort immer wieder Zwischenfälle provoziert, werden immer wieder Raketen auf israelisches Staatsgebiet gefeuert. Urheber ist die terroristische Hizbollah, der die Regierung in Beirut die Herrschaft im Süden ihres Landes überlassen musste. Israel hat den Gazastreifen vor einem Jahr verlassen. Trotzdem werden auch von dort immer wieder Zwischenfälle provoziert, werden immer wieder Raketen nach Israel gefeuert, bis in das Stadtzentrum von Ashdod hinein. Urheber ist unter anderem die Hamas, an deren Willen zur Vernichtung Israels auch der Wahlsieg in den Palästinensischen Autonomiegebieten nichts geändert hat. Die Sicherheitskräfte Israels haben auf diese mörderischen Übergriffe bislang maßvoll und zurückhaltend reagiert. Jetzt aber hat sich die Situation grundlegend geändert. Drei Soldaten sind durch Hamas und Hizbollah entführt worden. Jeder muss wissen, schon seit Entebbe vor beinahe 30 Jahren: Israel gibt keinen seiner Bürger auf! Das entspricht nicht nur dem Selbstverständnis des Staates, sondern der tiefen Ehrfurcht vor jedem einzelnen Menschenleben. Und deshalb wird man Verständnis für ein Vorgehen aufbringen müssen, das nicht nur die Befreiung der eigenen Staatsbürger aus den Fängen der terroristischen Entführer, sondern auch ein Ende der ständigen Raketenangriffe erreichen will. Ob es sich hier auch um Überreaktion handelt, das ist eine müßige Frage, denn die Antwort kann nur von denen kommen, die zwischen dem Ziel der Aktionen und der Gefährdung der eigenen Truppen abzuwägen haben. Vielleicht fragen wir stattdessen, wie es kommt, dass weder die Hamas-Regierung noch Präsident Abbas es schaffen, die elende Entführung eines jungen israelischen Soldaten zu beenden. Vielleicht fragen wir stattdessen, wieso die offizielle Regierung des Libanon einen großen Teil ihres Landes weiterhin der Hizbollah - Bande überlässt. Und wenn andere diese Fragen nicht stellen, dann müssen wir es tun. Hoffen wir also mit ganzem Herzen auf das rasche Ende der Entführungen und auf eine Situation, in der israelische Bürger sich nicht mehr vor Raketenangriffen fürchten müssen! |
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