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Sonntag, 5. Februar 2012 (12. Shevat 5772)
Presseerklärung des Präsidenten der DIG zum Holocaust-Gedenktag

In seiner Presseerklärung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar erinnert der Präsident der DIG, Dr. h.c. Johannes Gerster, daran, dass Israel 60 Jahre nach seiner Gründung noch immer existenziell bedroht ist und fordert deshalb einstärkeres Engagement der EU im Nahen Osten.

Die EU muss im Nahen Osten endlich die Führungsrolle übernehmen - die USA haben abgewirtschaftet


Am 27. Januar gedenken wir der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und der Ermordung von 6 Millionen Juden durch den Nazi-Terror. Das Erinnern schärft das Bewusstsein, dass Europa und insbesondere Deutschland die historische und moralische Pflicht haben, Israel im Kampf gegen die anhaltende Bedrohung durch den Iran, Syrien, die Hamas und die Hisbollah solidarisch zu unterstützen.

Der Iran erklärt wöchentlich, dass er Israel zerstören wird. Er liefert Waffen, Munition, Sprengstoff an palästinensische Terroristen und bezahlt Söldnertruppen der Hamas und Hisbollah, während Europa humanitäre Hilfe im Gazastreifen gegen Hunger und Elend leistet und maßgeblich die Lasten einer Friedenstruppe im Libanon trägt. Der Iran finanziert die Gewalt, Europa zahlt zur Linderung von Gewalt. Der Iran baut weiterhin an der Atombombe und wird sich durch keine weichgespülte Resolution des UN-Sicherheitsrates daran hindern lassen.

Die Führer der Hamas, zuletzt Khaled Mashal in Damaskus, rufen zum uneingeschränkten Kampf gegen Israel auf.

Die Hisbollah wird vom Iran und Syrien unter den Augen der internationalen Friedenstruppe im Libanon aufgerüstet und ist heute militärisch stärker als vor dem Libanonkrieg.

Israel wird täglich durch einen Raketenhagel und ständige Attentatsversuche bedroht.

Während Israel immer wieder einseitig für den Konflikt verantwortlich gemacht wird, wird die Verantwortung der radikalen Palästinenser und islamischer Fundamentalisten für die Not der Palästinenser und Israelis schlicht ignoriert. Ursache und Wirkung des Konfliktes werden verwischt, das Verhalten von Israelis und Palästinensern allzu oft mit zweierlei Maß gemessen.

Der Holocaustgedenktag sollte uns bewusst machen:

Israel, das Volk der Juden, ist immer noch akut bedroht. Die Bedrohung nimmt zu, nicht ab.

Islamische Fundamentalisten, nicht nur fanatische Palästinenser, sind wild entschlossen, Israel von der Landkarte zu tilgen. Israel wird als einzige Demokratie im Nahen Osten häufig im Stich gelassen und ungerecht be- und verurteilt.

Die USA haben als Vermittler im Nahen Osten abgewirtschaftet und hinterlassen ein Vakuum.

Die EU muss endlich zu einer geschlossenen Nahostpolitik finden und in dieser Region mitgestaltend, ja sogar führend tätig werden.

Israel kann mehr Solidarität gerade der Europäer erwarten.

Die gemäßigten arabischen Staaten, die auf eine Beendigung des Konfliktes mit Israel setzen, brauchen ebenfalls eine handlungsfähige Europäische Union.

Europa muss Flagge zeigen, aber bitte eine und nicht 27 verschiedene.
Der Nahe Osten, Millionen leidgeprüfte Menschen dort, warten auf eine Initialzündung eines starken Europa für einen neuen, ernsthaften Versuch, endlich die Gewalt durch Verhandlungen zu ersetzen.

 
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