DIG Arbeitsgemeinschaft Frankfurt
Startseite arrow Aktuelles arrow DIG-Nachrichten arrow "Nach der Wahl ist vor der Wahl"
 
Sonntag, 26. Mai 2013 (17. Sivan 5773)
"Nach der Wahl ist vor der Wahl"
Beitragsinhalt
"Nach der Wahl ist vor der Wahl"
Vorbemerkungen
Die Bedrohung durch den Terrorismus
Die Folgen
Das Scheitern des "Oslo-Prozesses"
Die Vorschläge der israelischen Politik
Die Notwendigkeit eines demokratischen Palästinenserstaates
Internationaler Druck
Das Ringen um das israelische Selbstversatändnis
Wäre ein Palästinenserstaat6 überlebensfähig?
Die Rolle Deutschlands
Schlusswort
Wäre ein Palästinenserstaat überlebensfähig?

 Stellen wir uns einmal den typischen "morning after" nach den überschäumenden Feierlichkeiten zur Staatsgründung vor. Ein nüchterner Blick würde zeigen: Palästina wäre aus eigener Kraft niemals zu überleben in der Lage. Es gibt dort keine natürlichen Ressourcen, keine wirklichen Absatzmärkte ringsum, keine Systeme der beruflichen Bildung, keine Verwaltungssicherheit usw.usf. Die Armut grassiert überall; das jährliche Pro-Kopf-Einkommen der Palästinenser liegt bei durchschnittlich 850 $; in Israel liegt es bei 15.000 $ und für die israelischen Araber immerhin noch bei gut 12.000 $! Sehr erschwerend gibt es einen ganz wesentlichen Unterschied zu den Juden: Es gibt keine palästinensische Diaspora, die bereit und in der Lage wäre zu helfen. Die Überweisungen palästinensischer Gastarbeiter aus Israel, aber auch aus mehreren arabischen Staaten fallen weitestgehend aus - Konsequenz der Fehlleistungen Arafats im Golfkrieg und der Intifada. Die reichen Auslands-Palästinenser aber denken derzeit nicht daran, in ein Palästina zu investieren, das durch Korruption zerfressen ist.

Konsequenz: Wer A sagt, der muss auch B sagen! Wer ein selbständiges Palästina befürwortet, der muss auch bereit sein, dieses Palästina über weit mehr als eine Generation hinweg durchzufüttern. Dies ist eine lösbare Aufgabe, man darf aber vor ihr nicht die Augen verschließen.



 
< zurück   weiter >