| "Nach der Wahl ist vor der Wahl" |
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Seite 10 von 12 Wäre ein Palästinenserstaat überlebensfähig?
Stellen wir uns einmal den typischen "morning after" nach den überschäumenden Feierlichkeiten zur Staatsgründung vor. Ein nüchterner Blick würde zeigen: Palästina wäre aus eigener Kraft niemals zu überleben in der Lage. Es gibt dort keine natürlichen Ressourcen, keine wirklichen Absatzmärkte ringsum, keine Systeme der beruflichen Bildung, keine Verwaltungssicherheit usw.usf. Die Armut grassiert überall; das jährliche Pro-Kopf-Einkommen der Palästinenser liegt bei durchschnittlich 850 $; in Israel liegt es bei 15.000 $ und für die israelischen Araber immerhin noch bei gut 12.000 $! Sehr erschwerend gibt es einen ganz wesentlichen Unterschied zu den Juden: Es gibt keine palästinensische Diaspora, die bereit und in der Lage wäre zu helfen. Die Überweisungen palästinensischer Gastarbeiter aus Israel, aber auch aus mehreren arabischen Staaten fallen weitestgehend aus - Konsequenz der Fehlleistungen Arafats im Golfkrieg und der Intifada. Die reichen Auslands-Palästinenser aber denken derzeit nicht daran, in ein Palästina zu investieren, das durch Korruption zerfressen ist. Konsequenz: Wer A sagt, der muss auch B sagen! Wer ein selbständiges Palästina befürwortet, der muss auch bereit sein, dieses Palästina über weit mehr als eine Generation hinweg durchzufüttern. Dies ist eine lösbare Aufgabe, man darf aber vor ihr nicht die Augen verschließen. |
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