| "Arafat ist gegangen - was nun?" - Lahnstein über den Tod des Paästinenserpräsidenten |
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Am 11.11.2004 ist Yassir Arafat in einem Krankenhaus in Paris gestorben. Am folgenden Tag wurde er nach einer Trauerfeier in Kairo in Ramallah beigesetzt. Mit seinem Tod endet eine Ära in der Geschichte des palästinensischen Volkes - und in der Geschichte des Nahostkonflikts. Noch ist unklar, wer die Lücke, die Arafat hinterlässt, füllen wird und ob sich sein Tod positiv oder negativ auf den Friedensprozess im Nahen Osten auswirken wird. Auch muss nun über Arafats politisches Leben Bilanz gezogen und dabei geklärt werden, ob er ein großer Staatsmann oder doch der Anführer einer Terrororganisation war. Prof. Manfrd Lahnstein sieht in Arafats Herrschaft "ein langes und schmerzliches Kapitel in der Geschichte des palästinensischen Volkes". Es folgt seine Presseerklärung zu Arafats Tod im Wortlaut. Es steht mir nicht an, den vielen Nachrufen einen weiteren hinzuzufügen. Eins aber muss um der historischen Wahrheit willen gesagt werden: Arafat hat in den entscheidenden Monaten des Jahres 2000 die wahrhaft historische Chance verspielt, Frieden zu schließen, einen Palästinenserstaat zu bauen und sein Volk endlich in die ersehnte Zukunft zu führen. Stattdessen hat er dieses Volk in einen aussichtslosen Kampf geführt und einen Terror befördert, der viele unschuldige Opfer in Israel gefordert und den Palästinensern außer Leiden nichts, aber auch nichts gebracht hat. Die Wirklichkeit wird nun alle Betroffenen rasch wieder einholen. Heute ist es zu früh zu sagen, ob sein Tod dazu beitragen kann, im Nahen Osten eine neue, vielleicht bessere Seite aufzuschlagen. Hoffen wir also, dass die neue palästinensische Führung den Mut, aber auch die Möglichkeit dazu hat, die Lage im Gazastreifen und der Westbank zu stabilisieren, das teuflische Gesetz der terroristischen Gewalt zu brechen und auch über reguläre Präsidentenwahlen den Weg zum Rechtsstaat zu beschreiten. Auf diese Weise könnte es endlich wieder zu zielführenden Kontakten und Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern kommen. Übertriebene Hoffnungen sollte niemand hegen, Ungeduld würde eher kontraproduktiv wirken. Wir dürfen jedoch sicher sein, dass Israel eine in redlicher Absicht ausgestreckte Hand nicht zurückschlagen wird. |
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